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Plastiktütenregulierung reduziert Abfälle an US-Küsten

Ein Fischschwarm schwimmt im Meer zusammen mit Teilen von Plastiktueten

An den Küsten der Vereinigten Staaten zeigen Maßnahmen wie Verbote und Gebühren auf Plastiktüten laut einer aktuellen US-Studie messbare Wirkung. Die Autorinnen der aktuellen Studie analysierten anhand von Crowdscience-Daten die Entwicklung von Plastiktütenabfällen vor und nach der Einführung lokaler und bundesstaatlicher Regulierungen in den USA. Die Ergebnisse basieren auf der Auswertung von Uferreinigungen und wurden in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht.
 

Laut der Studie von Umweltökonomin Anna Papp, Columbia University, und der Meereswissenschaftlerin Kimberly Oremus von der University of Delaware, die im Juni 2025 veröffentlicht wurde, ist die Anzahl an Plastiktüten, die an lokalen Stränden und Küsten gefunden werden, mit der Einführung von Verboten bzw. Abgaben auf Tüten deutlich gesunken. Die gesetzlichen Regelungen für Plastiktüten in den USA variieren laut Studie je nach Bundesstaat, Bezirk und Stadt erheblich. Die Gesetzgebung in den USA reicht von strengen Verboten wie etwa in New Jersey, wo auch Einweg-Papiertüten eingeschränkt sind, über teilweise Verbote wie in Kalifornien, die große Einzelhändler betreffen, bis hin zur Erhebung von Gebühren wie in Oregon, wo Einzelhändler mindestens 5 Cent für dickwandige Plastiktüten zahlen müssen. Zusätzlich zu den landesweiten Gesetzen haben nach den Recherchen der Studienautorinnen hunderte von Gemeinden ihre eigenen Richtlinien für Plastiktüten.

In ihrer Untersuchung analysierten die Wissenschaftlerinnen zudem Abfalldaten, die zwischen den Jahren 2016 und 2023 bei über 45.000 gemeinnützig organisierten Säuberungsaktionen an der Küste erhoben wurden. Dabei sammelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Abfälle entlang der Strände, zählten und katalogisierten sie und trugen ihre Ergebnisse in eine Datenbank der gemeinnützige US-Umweltorganisation Ocean Conservancy ein, in der jedes Jahr Crowdsourcing-Aufzeichnungen von Aufräumaktionen auf der ganzen Welt gespeichert werden. Plastiktüten waren der Auswertung zufolge nach Zigarettenkippen, Lebensmittelverpackungen, Flaschenverschlüssen und Getränkeflaschen der fünfthäufigste Gegenstand, der bei den Säuberungsaktionen an den US-Küsten gefunden wurde und machten 4,5 Prozent der gesamten erfassten Abfälle aus.
 
Die Daten der Säuberungsaktionen wurden dann mit 182 Tütenrichtlinien in den Vereinigten Staaten verglichen, die zwischen 2017 und 2023 in Kraft waren. Laut Studie zeigte sich, dass der Anteil von Plastiktüten am gesammelten Müll in Gebieten mit entsprechenden Regulierungen um 25 bis 47 Prozent zurückging – verglichen mit Regionen ohne solche Maßnahmen. Der Rückgang verstärkte sich je länger die Maßnahmen in Kraft waren. Dabei erzielten sowohl vollständige Verbote als auch Abgaben signifikante Reduktionen, während bei Teilverboten mit Ausnahmeregelungen die geringsten und ungenauesten Effekte beobachtet wurden. Maßnahmen auf Bundesstaatsebene erwiesen sich der Analyse zufolge als besonders effektiv, wobei auch regionale Maßnahmen durchaus eine Wirkung zeigten. Am größten war der Effekt der Regulierung laut Studie dort, wo Plastiktüten zuvor auch besonders häufig in der Umwelt landeten. Die Wirkung bei verschiedenen Gewässertypen – Küsten, Flüsse und Seen – war ähnlich groß, mit Hinweisen auf stärkere Effekte an Seen.
 
Die Ergebnisse unterstreichen laut Studienautorin Papp insgesamt die Bedeutung der gesetzlichen Regelungen bei der Reduzierung der Umweltverschmutzung durch unsachgemäß entsorgte Kunststoffabfälle. Laut den Ergebnissen leisten politische Maßnahmen zur Einschränkung von Plastiktüten bereits heute einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des Umweltmülls. Gleichzeitig betont die Studie, dass solche Regelungen allein das Problem nicht vollständig lösen können. Vor dem Hintergrund der global zunehmenden Abfallmengen bleibe Plastikmüll in Gewässern ein dringendes Anliegen, das umfassende politische Lösungen verlangt.
 
Quellen:

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