VinylPlus: Fortschrittsbericht 2025
Die Organisation der europäischen PVC-Branche präsentierte den Bericht im Rahmen des VinylPlus Sustainability Forums im Mai 2025 in Paris.
Trotz zahlreicher Herausforderungen blieb das PVC-Abfallrecycling im Rahmen von VinylPlus laut Fortschrittsbericht weitgehend stabil und übertraf sogar die Erwartungen. Über VinylPlus wurden dem in Paris vorgestellten Bericht zufolge im vergangenen Jahr in Europa 724.638 Tonnen PVC-Abfälle recycelt. Das entspreche etwa 35 Prozent des gesamten PVC-Abfallaufkommens in der EU-27, Norwegen, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Die von den Verarbeitern im Jahr 2024 registrierte Menge an PVC-Rezyklaten stieg laut Fortschrittsbericht im Vergleich zu 2023 um 4,3 Prozent und erreichte 490.278 Tonnen.
Zu den weiteren Fortschritten und Errungenschaften der europäischen PVC-Industrie des Jahres 2024, die im VinylPlus Progress Report 2025 genannt werden, zählt auch, dass 9,5 Millionen Tonnen PVC seit dem Jahr 2000 stofflich verwertet und in neuen Produkten wiederverwendet wurden. Dadurch sind laut Bericht über 19 Millionen Tonnen CO2 eingespart worden. Darüber hinaus hat die Branche umfangreiche Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsprojekte getätigt, mit dem Ziel, Altadditive aus Abfällen zu entfernen und die chemische Verwertung von PVC-Abfällen, die nicht werkstofflich verwertet werden können, zu verbessern. So wird zum Beispiel zur Erkennung und Sortierung von Altadditiven den Angaben nach derzeit eine Pilotanlage entwickelt. Ziel ist es, PVC-Abfälle von alten Kabeln, Rohren, Profilen und Bodenbelägen abzutrennen, die etwa Phthalate und Schwermetalle wie Blei enthalten. Darüber hinaus wurde laut VinylPlus im Jahr 2024 erfolgreich ein Projekt durchgeführt, das bestätigt haben soll, dass das Pyrolyseöl aus einem gemischten Kunststoffabfallstrom, der 10 Prozent PVC-Abfälle enthält, von ähnlicher Qualität ist wie ein Öl, das aus gemischtem Kunststoffabfall ohne PVC gewonnen wird. Vielversprechende Ergebnisse lieferte laut Fortschrittsbericht unter anderem auch das Programm VinylPlus® RecoChlor, das sich auf die Rückgewinnung und Verwertung von Chlor aus schwer zu verwertenden PVC-Abfällen durch chemisches Recycling konzentriert.
„Bei VinylPlus ist unser Ziel klar: eine zukunftssichere PVC-Wertschöpfungskette zu schaffen“ unterstreicht Karl-Martin Schellerer, Vorsitzender von VinylPlus. Ein Schwerpunkt der Arbeit bleibe die Steigerung der Kreislaufwirtschaft in der PVC-Wertschöpfungskette, sagt er weiter. Die Bemühungen zielten zudem alle darauf ab, Fortschritte in Richtung der Verpflichtung für 2030 zu erzielen und sich auf die Halbzeitüberprüfung im Jahr 2025 vorzubereiten. In diesem Rahmen werde VinylPlus eine umfassende Überprüfung der Ziele seiner Verpflichtung für 2030 vornehmen und seine bisherigen Initiativen messen und bewerten, um der Marktentwicklung und der technischen Entwicklung sowie der Änderung der regulatorischen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen, so Schellerer.
Weitere Information:
- Externer Link zum Download des VinylPlus Progress Reports 2025 (PDF-Datei in Englisch)
- Externer Link zur Webseite von VinylPlus mit Infos zur Selbstverpflichtung 2030
Quellen:
- VinylPlus (21.8.2025)
- Bild: © VinylPlus