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Sabic verkauft Anlagen in Europa an deutsche Investoren

Außenansicht des Gebäudes der Sabic-Zentrale, Riad, Saudi-Arabien

Der saudi-arabische Chemiekonzern trennt sich von Anlagen für Petrochemie und Kunststoff. Diese gehen an eine Holding und einen Finanzinvestor.


Wie Sabic bekannt gab, werden Investoren aus Deutschland die neuen Eigentümer wesentlicher Teile des europäischen Produktionsnetzwerks. In einer Doppeltransaktion veräußerte das Unternehmen demnach sein europäisches Petrochemie-Geschäft (EP) sowie die Sparte für technische Thermoplaste (ETP) an die in München ansässigen Gesellschaften Aequita und Mutares. Der Gesamtwert des Geschäfts wird mit 950 Millionen US-Dollar angegeben.
 
Der Unternehmenswert des EP, das an Aequita geht, wird auf 500 Millionen US-Dollar beziffert. Es umfasst den Angaben zufolge die Herstellung und Vermarktung verschiedener Produkte wie Ethylen, Propylen, Polyethylen mit niedriger und hoher Dichte (LDPE, LLDPE und HDPE), Polypropylen (PP) und weiterer Kunststoffe an mehreren Standorten, unter anderem in Teesside (Großbritannien), Geleen (Niederlande), Genk (Belgien) und Gelsenkirchen (Deutschland). Aequita hatte im Juni 2025 bereits mit LyondellBasell eine Vereinbarung zum Erwerb von vier europäischen Olefin- und Polyolefin-Anlagen in Berre in Frankreich, in Münchsmünster in Deutschland, in Carrington in Großbritannien und Tarragona in Spanien geschlossen. Der Abschluss dieser Transaktion soll bis Ende 2026 erfolgen.
 
Das separate Sabic-Geschäft mit Hochleistungskunststoffen in Europa und den USA geht den Angaben zufolge für 450 Millionen US-Dollar an den Finanzinvestor Mutares. Dieser Geschäftsabschluss umfasst laut Sabic die Produktion der Kunststoffe Polycarbonat (PC), Polybutylenterephthalat (PBT) und Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS). In Europa betrifft dies vor allem die Standorte Bergen op Zoom in den Niederlanden und Cartagena in Spanien. Durch die Übernahme bekommt Mutares darüber hinaus Werke in den USA, darunter Mt. Vernon, Bay St. Louis, sowie in Mexiko und Brasilien dazu.
 
Wie Sabic mitteilt, ist der Verkauf an die deutschen Investoren Teil einer seit 2022 laufenden Strategie, mit der das Portfolio auf margenstarke Märkte fokussiert und die Kapitalrendite gesteigert werden soll. Der Konzern betont, dass der Zugang zu den europäischen Märkten auch nach dem Verkauf durch Exporte gewährleistet bleibe. Der Abschluss der Transaktionen steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen sowie der Konsultation der Arbeitnehmervertreter.
 
Quellen:

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