Nachhaltiges Recycling von Automobil-Schredder-Rückständen und Bioabfällen
Eine Studie zur Gasifizierung von Kunststoffresten aus Altfahrzeugen zusammen mit Biomasse ergab weniger Emissionen und hochwertige Rohstoffe.
Wie BASF mitteilt, habe eine Studie von Forschern der ETH Zürich gezeigt, dass die gemeinsame Gasifizierung von Kunststoffabfällen aus Autos und Biomasse weniger Treibhausgasemissionen erzeuge als die Verbrennung der Abfälle mit Energierückgewinnung – und zwar über drei Kilogramm weniger Kohlendioxid-Äquivalente pro verarbeitetem Kilogramm Material. Die neue Methode liefere Synthesegas, das fossile Rohstoffe in der chemischen Industrie ersetzen könne. Die Studie schließt an ein Pilotprojekt an, das von BASF und der österreichischen Forschungsgruppe Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH (BEST) Mitte 2025 durchgeführt wurde (s. auch Beitrag „Pilotprojekte zum Recycling von Kunststoffabfällen aus Altfahrzeugen und Elektrogeräten“ in der wöchentlichen Presseschau vom 26.09.2025 - 09.10.2025). In einer Pilotanlage von BEST wurde dabei die Gasifizierung von Biomasse zusammen mit Kunststoffabfall aus dem Automobil-Schredder umgesetzt.
BASF weist darauf hin, dass für ein effektives Recycling klare gesetzliche Rahmenbedingungen notwendig sind, die gemischte Abfälle als recycelbar anerkennen. Experten fordern ambitionierte politische Ziele, sektorübergreifende Kooperationen und flexible Mehrzweckanlagen. Während Bioabfall-Recycling politisch unterstützt werde, fehle diese Förderung für gemischte Kunststoffabfälle bislang.
In Europa werden den Angaben zufolge jährlich über eine Million Tonnen Kunststoffabfälle aus Altfahrzeugen meist verbrannt oder deponiert. Das beschriebene Verfahren ermöglicht es laut BASF, diese Stoffe effizient und emissionsarm zu verwerten. Die so gewonnenen Rohstoffe erfüllen den Angaben zufolge hohe Qualitätsstandards, so dass sich die daraus gefertigten Produkte selbst für sicherheitsrelevante Bauteile im Automobilbau eignen.
Weitere Informationen und Studienergebnisse unter: www.plastics.basf.de/gasifizierung
Quellen:
- Pressemitteilung BASF (30.10.2025)
- Foto: © BASF