PED und GKV lehnen von Bundesregierung geplante Plastikabgabe ab
Beide Verbände sprechen sich deutlich gegen die heute vom Bundeskabinett im Rahmen des Bundeshaushalts 2027 beschlossene Plastikabgabe aus.
Bislang hat die Bundesregierung die sogenannte Plastikabgabe auf nicht recycelte Kunststoffverpackungen, wie die meisten europäischen Länder, aus dem Staatshaushalt gezahlt. Das soll sich nun laut den aktuell beschlossenen Eckwerten für den Bundeshaushalt 2027 ändern. Der Verband der Kunststoffhersteller Plastics Europe Deutschland (PED) und der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) kritisieren die Entscheidung des Kabinetts als wirtschaftlich schädlich und umweltpolitisch ineffektiv.
PED-Hauptgeschäftsführerin Dr. Christine Bunte betont: „Eine einseitige Plastikabgabe schadet Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz: In der Praxis wird häufig auf alternative Materialien ausgewichen, die oft ressourcenintensiver sind und schlechter recycelt werden können. Besonders problematisch sind faserbasierte, kunststoffbeschichtete Verbundverpackungen. Sie gelten statistisch als Kunststoffvermeidung, führen jedoch häufig zu mehr Abfall und geringerer Recyclingfähigkeit.“ Auch angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage wäre die Abgabe ein fatales industriepolitisches Signal, so Bunte. Ähnlich sieht es der GKV. Laut Hauptgeschäftsführer Dr. Oliver Möllenstädt gefährdet die Abgabe Investitionen, belastet Verbraucher und könnte durch Ausweicheffekte auf weniger nachhaltige Materialien die Kreislaufwirtschaft schwächen. „Eine Plastikabgabe würde den Unternehmen Spielraum für dringend erforderliche Investitionen nehmen und die bereits angeschlagene Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen absehbar weiter verschlechtern“, so Möllenstädt weiter.
Statt einer neuen Abgabe fordern beide Verbände erneut eine wirksame Ökomodulierung der Lizenzentgelte im künftigen Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG). Die Bundesregierung sollte nach Ansicht der Verbände finanzielle Anreize für zirkuläres Design und den Einsatz von Rezyklaten schaffen, statt Kunststoff einseitig zu diskriminieren.
Quellen:
- Pressemitteilung PED (29.4.2026)
- Pressemitteilung GKV (29.4.2026)
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