OECD-Bericht zur chemischen Sicherheit von Rezyklaten
Laut Euwid analysiert der Report, wie sich die Sicherheit von Rezyklaten angesichts ihrer komplexen Bestandteile zuverlässig bewerten lässt.
Das vor kurzem veröffentlichte Paper „Chemical content validation of recycled plastics“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) betrachtet bestehende Ansätze zur Erfassung und Kontrolle von Inhaltsstoffen und zeigt deren Potenziale sowie Grenzen auf, berichtet Euwid. Die Sicherheit von Rezyklaten werde laut OECD durch die große Bandbreite an chemischen Verbindungen von Kunststoffen und komplexen Stoffzusammensetzungen erschwert. Es gebe zwar bereits zahlreiche Standards, Zertifizierungen und Qualitätssicherungssysteme für recycelte Kunststoffe, doch liege deren Fokus häufig nicht auf einer umfassenden chemischen Analyse, heiße es in dem Bericht. Auch lieferten die zur Identifikation von Inhaltsstoffen eingesetzten analytischen Verfahren wie etwa Chromatographie, Massenspektrometrie oder spektroskopische Methoden jeweils nur Teilinformationen, sodass eine Kombination mehrerer Techniken erforderlich sei. Zudem hingen die Eigenschaften von Rezyklaten laut Bericht vom jeweiligen Recyclingverfahren ab. Beim mechanischen Recycling stoße man bei gemischten oder kontaminierten Materialien an Grenzen, ergänzende lösemittelbasierte Verfahren zeigten laut Bericht zwar positive Ergebnisse, befänden sich aber noch im Pilotstadium. Chemische Recyclingverfahren, die mit höheren Kosten und Energieaufwänden verbunden seien, könnten potenziell höherwertige Anwendungen auch in Lebensmittelqualität ermöglichen, befänden sich aber teilweise noch in der Entwicklung.
Als potenzielle politische Optionen und mögliche Handlungsansätze identifiziere die OECD unter anderem eine weitere Prüfung der Produktgestaltung, die im Hinblick auf Recyclingfähigkeit und chemische Sicherheit noch weiter zu analysieren sei. Hierzu nenne der Bericht unter anderem die Reduktion der chemischen Komplexität und die Einschränkung problematischer Stoffe als mögliche Ansatzpunkte. Dazu sei als zentraler Bausteinin die Entwicklung international harmonisierter Standards für chemische Analysen erforderlich. Auch werde eine verbesserte Transparenz über die chemische Zusammensetzung von Kunststoffprodukten vorgeschlagen, etwa durch standardisierte Berichtssysteme oder Produktpässe. Zudem könnten laut Bericht auch nachgelagerte Maßnahmen wie die Stärkung einer besseren Getrenntsammlung, der Ausbau geschlossener Kreisläufe und die Weiterentwicklung von Recyclingtechnologien geprüft werden.
Quellen:
- euwid-recycling.de (14.4.2026)
- Bild: © OECD