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Neste intensiviert chemisches Recycling

Teilansicht einer industriellen Anlage zur Aufbereitung von Pyrolyseöl in Porvoo, Finnland

Neste hat eine neue Aufbereitungsanlage für verflüssigte Kunststoffabfälle in seiner Raffinerie in Porvoo in Finnland in Betrieb genommen.


Die neue Anlage, in die Neste 111 Millionen Euro investiert habe, sei speziell darauf ausgelegt, Öl zu verarbeiten, das aus minderwertigen Kunststoffabfällen gewonnen wurde, also aus mehrschichtigen Altverpackungen, gemischten Kunststoffabfällen und kontaminierten Kunststoffen , die nicht für mechanische Wiederverwertung geeignet sind und sonst in die Verbrennung gehen oder auf Deponien abgelagert würden, heißt es in einer Mitteilung des der Mineralölkonzerns und Herstellers von erneuerbaren Kraftstoffen und Rohstoffen für die Chemie- und Kunststoffindustrie. Mit einer Kapazität von bis zu 150.000 Tonnen pro Jahr handelt es sich laut Neste um die weltweit größte Anlage dieser Art. Der Hochlauf der Produktion wurde im Jahr 2026 eingeleitet und soll schrittweise je nach Markt- und Gesetzgebungsentwicklung vorangehen. Das Unternehmen verarbeitet verflüssigte Kunststoffabfälle (z. B. Pyrolyseöl) nach eigenen Angaben seit dem Jahr 2020. In der neuen Aufbereitungsanlage, verarbeitet Neste den Angaben zufolge die verflüssigten Kunststoffabfälle zusammen mit Rohöl. Das Verfahren soll den Einsatz fossiler Primärrohstoffe um über 70 Prozent und die Treibhausgasemissionen im Vergleich zur Verbrennung von Kunststoffabfällen um mehr als 35 Prozent senken können. Um die im Prozess verwendeten recycelten Rohstoffe dem recycelten Neste-RE-Produkt zuzuordnen, werde ein Massenbilanzansatz angewandt. Maiju Helin, Direktorin für Polymere und Chemikalien bei Neste erklärt dazu: „Die aktuellen Berechnungsregeln der Europäischen Kommission zum Recyclinggehalt in der Richtlinie über Einmalkunststoffe drohen jedoch die Fähigkeit von Raffinerien einzuschränken, die Ziele des Recyclinganteils der EU zu erfüllen. Aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit Europas müssen wir sicherstellen, dass die Berechnungsregeln geändert werden, um Raffinerien im Rahmen der EU-Verordnung für Verpackungen und Verpackungsabfälle einzubeziehen“.
 
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