Ineos plant Pyrolyseanlage in Norwegen
Gemeinsam mit dem norwegischen Recycler Recuro will Ineos eine fortschrittliche Anlage für chemisches Recycling am Standort Bamble errichten.
Dazu haben Ineos und Recuro eine Absichtserklärung unterzeichnet, wie die beiden Unternehmen mitteilen. Die Anlage im Rahmen des „Full Circle“ getauften Projekts soll nach ihrer Inbetriebnahme jährlich bis zu 33.000 Tonnen Kunststoffabfälle verarbeiten und vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben werden, heißt es weiter. Die aus den Kunststoffabfällen gewonnenen Öl- und Gasfraktionen sollen am nahegelegenen Ineos-Standort in Rafnes zu recyceltem Ethylen weiterverarbeitet werden. Ineos und Recuro wollen die Anlage so konzipieren, dass sie mit minimalen Emissionen arbeitet und nach ihrer Fertigstellung vollständig mit erneuerbarer Energie aus Norwegen betrieben werden kann. Dabei soll eine Pyrolysetechnologie eingesetzt werden, die den Angaben zufolge die Rückgewinnung des im Kunststoffabfall gebundenen Kohlenstoffs maximiert. So sollen die beim Recycling entstehenden Öl- und Gasfraktionen zur Herstellung von Kunststoffen genutzt werden, anstatt sie zur Energieerzeugung zu verwenden. Das Endprodukt ist laut Ineos ein Polyethylen in neuwertiger Qualität, das sich auch für anspruchsvolle Anwendungen wie Lebensmittel- und Medizinverpackungen eigne. Vor dem Hintergrund der ab dem 12. August 2026 verbindlichen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) soll die Anlage in Bamble dabei helfen, die Verfügbarkeit von recycelten Rohstoffen zu erhöhen und die Rezyklat-Mindestquoten für das Jahr 2030 zu erfüllen.
Fortschrittliches Recycling spiele eine entscheidende Rolle dabei, das Potenzial für Kunststoffrecycling zu erweitern und den Kreislauf für Hochleistungsanwendungen zu schließen, betont Liz Rittweger, CEO von Ineos Olefins & Polymers Europe. „Regulierungsbehörden können diese Maßnahme mit klaren, harmonisierten Regeln unterstützen, die fortgeschrittene Recyclingleistungen anerkennen, rechtliche Sicherheit schaffen und Investoren das Vertrauen geben, in neue Technologien in großem Maßstab zu investieren,“ so Rittweger.
Quellen:
- Pressemitteilung Ineos (9.7.2026)
- Foto: © Ineos (Standort Bamble)