EU-Altfahrzeugverordnung: TecPart warnt vor Engpässen bei Rezyklaten
Der Verband begrüßt die grade verabschiedete EU-Verordnung ELVR und warnt gleichzeitig vor einer drohenden Rezyklatlücke.
Nach der Verabschiedung der neuen EU-Verordnung zum Recycling von Altfahrzeugen (End-of-life-vehicles Regulation, ELVR) begrüßt der TecPart – Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. laut einer Mitteilung die aus seiner Sicht positiven Signale, die von den in der ELVR vorgesehenen Rezyklateinsatzquoten für Kunststoffe ausgingen. In den Vorgaben sieht TecPart einen wichtigen Impuls für Investitionen in das Kunststoffrecycling und die Kreislaufinfrastruktur für die Verwertung von Altfahrzeugen. Gleichzeitig weist der Geschäftsführer des TecPart, Michael Weigelt, auf die aus Verbandssicht großen Hürden bis zum Inkrafttreten im Jahr 2032 hin.
Um die vorgegebenen Rezyklateinsatzquoten ab dem Jahr 2032 von 15 Prozent der im Fahrzeugbau eingesetzten Kunststoffe, die ab 2036 auf 25 Prozent steigen soll, zu erreichen, seien umfangreiche Anpassungen und Investitionen notwendig. Diese beträfen nicht nur die saubere Sammlung von Kunststoffabfällen, sondern auch eine deutlich höhere Ausbeute an einsetzbaren Rezyklaten. Zudem müssten die im Fahrzeugbau benötigten hochwertigen Rezyklate aus einem eher verschmutzten Abfallstrom gewonnen werden, was aufwändige neue Behandlungsschritte erfordere und die Kosten entlang der Lieferkette in die Höhe treibe. Auch die Demontagekapazitäten für Kunststoffe aus Altfahrzeugen sind laut TecPart bislang noch nicht ausreichend vorhanden und müssten zügig ausgebaut werden. Gleichzeitig verschärften steigende Rezyklatquoten in anderen Segmenten, wie etwa bei Verpackungen, die Marktlage zusätzlich. Somit droht laut TecPart ein Engpass bei den benötigten Rezyklatmengen, besonders hinsichtlich höherer Qualitäten. Die anhaltende Konkurrenz durch sehr günstige Primärkunststoffe aus Drittländern steht für den Verband jedoch im Fokus.
Aus Sicht von TecPart ließe sich der Rezyklatengpass teilweise entschärfen, wenn auch Produktionsabfälle angerechnet werden könnten, was die Verordnung bisher nicht vorsieht. Für Rainer Zies, Geschäftsführer der MKV-Kunststoffgranulate und Mitglied des TecPart-Vorstandes, ist es unverständlich, warum diese Rezyklate nicht für die Quote zählen. Schon heute sei absehbar, dass selbst mit den sogenannten Post-Industrial-Rezyklaten (PIR) die erforderlichen Mengen bei wichtigen technischen Kunststoffen nicht erreicht werden könnten. TecPart fordert daher, grundsätzlich alle Sekundärmaterialien zuzulassen und die Vorgaben anzupassen, wenn der Markt sich selbst trage.
Quellen:
- Pressemitteilung TecPart (6.7.2026)
- Foto: © TecPart