BKV-Studie blickt auf ELV-Verordnung mit Prognose für 2042
Die Studie untersucht, inwieweit die gemäß ELVR geforderten Einsatzquoten für Kunststoffrezyklate erreicht werden können.
Die gerade veröffentlichte EU-Verordnung über Altfahrzeuge (End of Life Vehicles Regulation, ELVR) setzt klare Maßstäbe für die Kreislaufwirtschaft, darunter:
- Einheitliche Anforderungen an die Kreislauffähigkeit
- Grundlegende Regeln für die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR)
- Harmonisierte Anforderungen an die Sammlung und Behandlung von Altfahrzeugen mit Zielvorgaben für Demontage, Verwertung und Recycling sowie Wiederverwendung
- Designstrategien von Erzeugern und Zulieferern mit neuer Methode, um Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit zu verbessern
- Festlegung von Zielvorgaben des Rezyklatanteils mit einheitlichen Bestimmungen für die Berechnung
Die BKV GmbH hat sich in einer Studie mit der Frage befasst, inwieweit der geforderte Mindestanteil an recyceltem Kunststoff aus Endverbraucher-Kunststoffabfällen, sogenannten Post-Consumer-Rezyklaten (PCR), erfüllt werden kann. Der Mindestanteil soll laut Verordnung stufenweise zunächst auf 15 Prozent ab 2032 bzw. 25 Prozent ab 2036 steigen. Zusätzlich gibt die ELVR vor, dass 20 Prozent des PCR-Anteils bzw. 5 Prozent der eingesetzten Rezyklate aus Altfahrzeugen stammen sollen. Für den Bedarf dieser Closed-Loop Rezyklate in neuen Fahrzeugen bis 2042 wird auf Grundlage der erwartbaren europaweiten Gesamtnachfrage nach Kunststoffen im Automobilsektor in Höhe von etwa 4.642 Kilotonnen eine benötigte Menge von rund 230 Kilotonnen abgeschätzt.
Die Prognose der Studie zur PCR-Verfügbarkeit in einem zwei-Szenarien-Modell lautet:
- Business-as-Usual-Szenario: Unter gemäß heutigen Bedingungen fortgeführter Entwicklung können bis 2042 circa 130 Kilotonnen PCR-Kunststoffe aus Altfahrzeugen eingesetzt werden (entspricht circa 2,8 Prozent der europaweiten Gesamtnachfrage). Vor allem hohe Qualitätsanforderungen engen dabei die Möglichkeiten des Materialeinsatzes ein.
- Progressives Szenario: Rund 210 Kilotonnen und damit circa 4,5 Prozent der gesamten Kunststoffnachfrage des Automobilsektors sind erreichbar. Dies erfordert jedoch erhebliche Anstrengungen, wie den deutlichen Ausbau der Demontage und der Recyclingkapazitäten, einschließlich chemischer Recyclingverfahren.
Das Fazit der Studie lautet: Selbst im progressiven Szenario ist das Ziel von 5 Prozent Closed-Loop PCR nicht zu erreichen.
Die BKV hat die Conversio Market & Strategy GmbH mit der Studie beauftragt, die von Plastics Europe Deutschland und TecPart - Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V. unterstützt wurde.
Weitere Information: Link zur Bestellung der Studie “End-of-Life Vehicles Regulation (ELVR) – Fulfilment of recycled content target in EU-27+3”
Quellen:
- Bilder: KI generiert / Canva, Infografik © BKV GmbH